"Zieh es an!" befiehlt sie mir, und ich erkenne von unseren Telefonsex Sessions her diesen ganz speziellen Tonfall, der keinen Widerspruch duldet.
Ungläubig starre ich sie an. "Jetzt?" bringe ich hervor. "Hier?"
Noch ehe ich ausgesprochen habe, hat sie mir eine Ohrfeige versetzt, die meine Ohren zum Klingen bringt. Meine Wangen rot von dem Schlag und mindestens ebenso rot vor Scham sehe ich mich um. Obwohl das Restaurant voll besetzt ist, scheint niemand diese kleine Szene mit der Ohrfeige bemerkt zu haben.
Das beruhigt mich. Trotzdem bin ich nicht bereit, die verwunderten, erstaunten und amüsierten Blicke all der anderen Gäste zu riskieren, indem ich das Leder Halsband mit dem O-Ring anlege, das sie mir, nun schon eine ganze Weile lang, auffordernd entgegen hält. Nein, ich tue ja viel als Sklave, aber das nicht.
Ich fühle mich so unwohl, am liebsten würde ich aufspringen und fluchtartig das Lokal verlassen.
So hatte ich mir unser erstes Live Date nun wirklich nicht vorgestellt.
Was habe ich sie angefleht, meine Darklady, meine schwarze Telefonsex Herrin, sich endlich auf ein Treffen mit mir einzulassen. So lange schon sehne ich mich danach, ihr persönlich gegenüberzusitzen. Oder meinetwegen auch persönlich zu ihren Füßen zu knien.
Zuerst hat sie mich nur ausgelacht. "Ich denke, du legst so viel Wert darauf, anonym zu bleiben?" hat sie dann gefragt. "Du wählst extra den Herrin Telefonsex anonym, und dann willst du mich treffen? Dabei werde ich dein Gesicht sehen, selbst wenn du mir nicht deinen Namen sagst. Danach bist du nicht mehr anonym für mich."
"Ich habe keine Angst davor", entgegnete ich todesmutig. "Ich vertraue Ihnen, Darklady." Denn genau das tat ich. Und so habe ich sie endlich zu einem Date überreden können.
Falls ich jedoch gehofft hatte, sie gleich ganz privat zu treffen, in ihrer Wohnung mit dem wunderschönen SM Raum, von dem sie mir schon so viel erzählt hatte, irrte ich mich. Sie bestellte mich in ein öffentliches Lokal. |